Portrait

 

Im Jahre 1978 entschließt sich ein musikbesessener Ruhrgebietler dazu, eine Diskothek zu eröffnen.
Nach einiger Zeit der Objektsuche wird er im eher provinziellen Teil des BergischenLandes fündig: im Solinger Stadtteil Glüder steht ein ehemaliges Tanzlokal zur Pacht, und wird von ihm nach der Besichtigung als „genial” bewertet. Eigentlich handelt es sich weniger um ein Tanzlokal, als um eine Scheune im Bergischen Fachwerkhausstil, aber da man aus finanziellen Gründen dem Improvisationszwang unterliegt und es keine Anwohner gibt, ist es eine beschlossene Sache.

Da dieses Objekt eher eine Alternative zu einer Diskothek im herkömmlichen Sinne darstellt, passt es perfekt zum erdachten Konzept. Der Club soll alternativ sein, ohne eine anmaßende Türpolitik, die einige  Clubs praktizieren. Um es auf den Punkt zu bringen, kann man auch sagen, dass von A bis Z improvisiert wird und zwar für jeden, der tanz- und partykompatibel funktioniert und dabei auf nicht alltägliches Ambiente und ungewöhnliche Leute wert legt. Das GETAWAY ist geboren!

1979 wird mit einfachstem technischen Aufwand und Interieur eröffnet und es spricht sich im Umkreis von 60 km sehr schnell herum, dass man im Getaway das geboten bekommt, wonach man im weiten Ödland der Clubszenerie gesucht hat.
Die Leute kommen, und das in Massen!

Wegen privater Gründe zieht sich der Gründer und Geschäftsführer aus dem Geschäft zurück und sucht einen Käufer, den er in den Reihen der eigene Mitarbeiter findet. 1981 wird Jürgen Ries Geschäftsführer des Getaway, was er bis heute unverändert ist.

Der junge Mann weiß um die Mängel und erkennt, dass in ihr mehr Potenzial steckt, als bisher umgesetzt. Zeitaufwand, Arbeit, Kreativität und der nötige Enthusiasmus gepaart mit einem Schuss Naivität sind die Faktoren, die in kurzer Zeit zum Erfolg führen. In den ersten beiden Jahren öffnete man an zwei Abenden am Wochenende die Pforten. Das auszubauen ist sein Ziel.

Nach einiger Zeit ist man bei 4 erfolgreichen Öffnungstagen angelangt. Da man sich am Wochenende bei einer Kapazität von 400 Personen einem Ansturm von bis zu 700 Gästen gegenübersteht, macht man sich die ersten Gedanken über eine räumliche Veränderung.

1990 läuft der Pachtvertrag aus, und man wird jetzt sogar gezwungen, sich eine neue Location zu suchen. Nach einigen, vergeblichen Besichtigungen diverser Räumlichkeiten, wird man schließlich im verkehrsgünstig gelegenen  Solingen-Ohligs fündig.
Die Räumlichkeiten der alten Beckmann Brauerei erweisen sich als wirklich genial, müssen nur den Ansprüchen einer Veranstaltungshalle dieser Größenordnung baulich angepasst werden. Dieses Unterfangen wird ca. zwei Jahre dauern. Dadurch wird der Umzug hinaus gezögert.

Am 12.04. 1992 ist der große Tag der Eröffnung gekommen und man ist sehr (an)gespannt, wie das „neue“ Getaway vom Publikum angenommen wird.

Um es an dieser Stelle vorwegzunehmen, die Kritiker, die behaupten, eine Großraumdiskothek mit Live Veranstaltungen kann im beschaulichen Solingen nicht funktionieren, verstummen schnell, denn schon der erste Abend ist fantastisch und das wird wahrlich nicht zum letzten Mal so sein.

Rückblickend kann man von sich behaupten, an allen Discotagen, allen kulturellen Veranstaltungen und allen live Konzerten namhafter Acts, hunderte von Menschen begrüßt werden konnten.
Auch wenn das Getaway heute eine Institution mit einem Bekanntheitsgrad weit über die Stadtgrenzen Solingens hinaus ist, darf man nicht vergessen, wie man diesen Status erreicht hat. Das Getaway ist ein über all die Jahre ein wirtschaftlich gewachsenes Unternehmen mit mittlerweile 6 Festangestellten und 70 Mitarbeitern, die sich um das Wohlergehen der Gäste kümmern.
Hier ist man einem Konzept treu geblieben, nicht jedem Trend hinterzulaufen, und betreibt eine Preispolitik die sich rechtfertigen lässt und hat damit auf ganzer Linie Erfolg.

Einen Teil dieses Erfolges beruht auf der Erkenntnis, dass man in Solingen einen Kulturauftrag zu erfüllen hat, dem man sich auch schon seit jeher mit ehrlicher Hingabe widmet.
So ist das Getaway in Deutschland der erste nicht-subventionierte Veranstalter, der politische Themenabende und Diskussionsrunden mit namhaften Politikern, wie z.B. Johannes Rau, auf dem Programm stehen hat. So pflegt man auch ein enges Verhältnis zum Solinger Rockbüro, um unbekannteren lokalen Acts Auftrittsmöglichkeiten wie z. B. beim Cow Club-Festival (Rockbüro), zu bieten.

Kurzum, nach hunderten von Konzerten internationaler und nationaler Stars und Sternchen, nach tausenden von Partys und Discoabenden und zahlreichen Kultur-Veranstaltungen wird das Getaway, als einer der ältesten Namen in der Clublandschaft Deutschlands 25 Jahre jung, und das wird gebührend gefeiert!

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